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Öpfl und Bera

Das Triesner Obstbaumprogramm zur Erhaltung der alten Sorten

Am Erdgipfel von Rio 1992 haben Liechtenstein und 155 andere Staaten das "Übereinkommen über die biologische Vielfalt" unterzeichnet. Dieses Übereinkommen verpflichtet alle Vertragsparteien dazu, nationale Strategien für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt ihres Landes zu erarbeiten.

Die Gemeinde Triesen hat den Gedanken von Rio auf kommunaler Ebene mit einem Programm zur Erhaltung der alten, lokalen Obstsorten aufgenommen. Ziele des Projekts Öpfl & Bera sind das Erstellen eines Inventars aller Obstbäume, das kurzfristige Sichern der besonders bedrohten Sorten sowie die langfristige Erhaltung und Förderung der Obstbäume und der Obstsortenvielfalt in Triesen.


 
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Warum ist es so wichtig, die Vielfalt der alten, lokalen Sorten zu erhalten? Ist Apfel nicht gleich Apfel, Birne nicht gleich Birne? Der einfache Grund ist, dass im Genmaterial der alten Sorten unzählige Eigenschaften gespeichert sind, welche den marktdominierenden neuen "Allround-Sorten" längst abhanden gekommen sind.

Werden die Lokalsorten nicht mehr angebaut, gehen ihre Eigenschaften für immer verloren! Ein Verlust, der nicht mehr rückgängig zu machen ist. Und weil nie vorhergesagt werden kann, welche Eigenschaften in Zukunft gebraucht werden, ist es wichtig, die Genressourcen der alten Sorten zu sammeln und zu erhalten.

Zwar können die einheimischen Lokalsorten den knackigen Marktleadern aus dem Supermarkt punkto Aussehen das Wasser meist nicht reichen, doch dafür enthalten sie sogenannte phenolische Substanzen, die einen positiven Einfluss auf das menschliche Immunsystem haben und damit die Abwehrkräfte gegen verschiedene Krankheiten stärken.

Alte Lokalsorten weisen zudem auch sehr unterschiedliche Geschmäcker oder unterschiedliche Kocheigenschaften auf und sind somit vielfältig verwendbar. Die einen sind besser geeignet zum Sofortverzehr, die anderen wiederum eher zum Einmachen, zum Dörren oder zum Mosten.



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